Januar 1998
Türkei
An der Nahtstelle von Europa und Asien. Die Mittlerrolle der türkischen Regionalmacht 
Analyse von Werner Gumpel
Der grundlegende Wandel im Umfeld der Türkei nach dem Ende des Kommunismus hat zu einer neuen Schwerpunktsetzung der türkischen Außenpolitik geführt. Seine geographische Lage prädestiniert das Land zu einer „Brückenfunktion“ zwischen Europa und dem Vorderen Orient.
Die postkemalistische Türkei. Zwischen EU und pantürkischem Islamismus 
Analyse von Bassam Tibi
In der Türkei findet eine Abnabelung von Europa als einem zivilisatorischen Vorbild und Modell statt. Die exklusiven Optionen des neo-osmanischen Panturkismus, des islamischen Fundamentalismus und des kemalistischen Säkularismus stehen augenblicklich in hartem Wettbewerb miteinander. Der Westen muß sich auf eine eigenständige Türkei einstellen.
Die Türkei, der Nahe Osten und das Wasser. Verschiebungen des Kräftegleichgewichts 
Analyse von Udo Steinbach
Die Aktivierung ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten seit dem Ende des Kalten Krieges hat die Türkei mit vier grundlegenden Kategorien regionaler Probleme konfrontiert: dem Islamismus, der Wasserfrage, der Kurdenproblematik und den ungelösten israelisch-arabischen Beziehungen. Besonders das militärische Aneinanderrücken der Türkei und Israels hat das Kräftegleichgewicht in der Region verändert.
Draußen vor der Tür? Die Türkei, Deutschland und Europa 
Standpunkte von Faruk Sen
Der Autor vertritt die Meinung, daß die EU im Frühjahr signalisieren sollte, daß Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zusammen mit den anderen elf Staaten beginnen könnten. Deutschland könne in dieser Frage neue Wege ebnen, da es enge Beziehungen zur Türkei pflege.
Helfer oder Hindernis. Türkische Medien in Deutschland 
Standpunkte von Hagen Graf Lambsdorff
Die Linie in Deutschland erscheinender türkischer Zeitungen wird in Istanbul festgelegt, wo man mit der Lebensweise und den Problemen der in der Bundesrepublik lebenden Türken nur unzulänglich vertraut ist. Daraus erklärt sich eine oft unsachliche Berichterstattung.
Türkische Sicherheitspolitik. Mittelpunkt des neuen geopolitischen Koordinatensystems 
Analyse von Hüseyin Bagci
Die geopolitische Achsenverschiebung als Folge der regionalen und globalen Entwicklungen seit Beginn der neunziger Jahre stellt die Türkei vor eine neue sicherheitspolitische Lage. Sie will nicht länger nur Beobachter, sondern wichtiger Mitspieler sowie regionaler Ordnungsfaktor sein.
Wandel in der Kurdenpolitik? Die Türkei zwischen Dogma und Liberalisierung 
Analyse von Gülistan Gürbey
Die Einbettung des Kurdenkonflikts in das regionale und internationale System beeinflußt die Interessen- und Machtkonstellationen der regionalen Akteure (Türkei, Iran, Irak und Syrien). Eine langfristig stabile Situation in der Türkei und im Nahen Osten ist nur vorstellbar, wenn der Konflikt politisch und mit friedlichen Mitteln gelöst wird.
Wirtschaftskrise in der Türkei. Mögliche Folgen der ausbleibenden Reformen 
Analyse von Bahri Yilmaz
Die von der Türkei angestrebte Führungsrolle in der Region kann nur erfolgversprechend sein, wenn sie von tiefgreifenden wirtschaftlichen und politischen Reformen begleitet wird. Die gegenwärtige hohe Inflation, strukturelle Arbeitslosigkeit und hohe Binnen- und Außenverschuldung müssen unter Kontrolle gebracht werden, sonst drohen soziale Konflikte.
Überwindung des Protektionismus. Handelsliberalisierung als Motor für Entwicklung 
Analyse von Daniel Piazolo
Von der wachsenden und immer enger verflochtenen Weltwirtschaft können Entwicklungsländer profitieren, wenn sie erkennen, daß Protektionismus ihre Entwicklung behindert. Der Abbau von Handelsschranken und anderen Hemmnissen durch die Entwicklungsländer selbst führt zu steigenden Exporten und größerer Wettbewerbsfähigkeit.
Zankapfel im Mittelmeer. Zypern vor dem EU-Beitritt 
Analyse von Heinz-Jürgen Axt
Die Beitrittsverhandlungen zwischen Zypern und der EU dürften in einer „diplomatischen Sackgasse“ enden; eine vorausgehende Lösung des Volksgruppenkonflikts ist eher nicht zu erwarten. Weder die EU noch die UN bieten als Vermittler im Zypern-Konflikt Aussicht auf Erfolg; berechtigte Hoffnungen richten sich auf die USA.
Zehn Thesen zur nuklearen Abrüstung 
Standpunkte von Erwin Häckel
In zehn Thesen erläutert der Autor die Perspektiven eines bislang noch nicht verwirklichten Zieles der internationalen Staatengemeinschaft: der nuklearen Abrüstung. Er fordert hierbei auch ein deutsches Engagement, weil unbestreitbare Eigeninteressen vorlägen.
Buchkritik 
- Die Türkei und der neue Mittlere Osten. Bücher zu Lage und Perspektiven der Region
- Innenansichten der Türkei
- Regierbarkeit im Zeichen der Globalisierung
- Bedingt tauglich
Dokumente zur Entwicklung im Mittelmeer-Raum 
Beitrag von Dagmar Schittly
Der Mittelmeer-Raum ist sowohl in politischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist er geprägt von zahlreichen Konflikten, die Instabilitäten in sich bergen. Die Dokumente zeigen die Entwicklungen in der Region selbst, aber auch die Initiativen von internationalen Organisationen wie EU, NATO und UN auf. Besonderen Raum nimmt dabei der Zypern-Konflikt ein, der anhand der verschiedenen Positionen dokumentiert wird.
- Agenda 2000 – Band I: Für eine stärkere und erweiterte Union, Brüssel, den 15. Juli 1997 (Auszüge betr. Zypern und die Türkei)
- Antwort von Außenminister Hubert Védrine auf eine schriftliche Anfrage zu Frankreichs Haltung gegenüber Algerien in der Nationalversammlung, Paris, 27. Oktober 1997
- Beitrag des italienischen Außenministers, Lamberto Dini, zum Europäischen Gipfel von Luxemburg, veröffentlicht am 23. Dezember 1997 in der FAZ (gekürzt)
- Entschließung des Europäischen Parlaments zur politischen Lage nach den Zypern-Gesprächen unter der Schirmherrschaft der UN vom 18. September 1997
- Erklärung der türkischen Regierung zum Gipfel von Luxemburg am 14. Dezember 1997 in Ankara
- Erklärung des deutschen Bundeskanzlers, Helmut Kohl, zum Abschluß des Sondergipfels des Europäischen Rates in Luxemburg am 21. November 1997 (Auszüge)
- Erklärung von Thessaloniki über gutnachbarschaftliche Beziehungen, Stabilität, Sicherheit und Zusammenarbeit auf dem Balkan, verabschiedet auf dem Treffen südosteuropäischer Außenminister am 10. Juni 1997 in Thessaloniki (Auszüge)
- Gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs südosteuropäischer Länder beim ersten Gipfeltreffen am 3. und 4. November 1997 auf Kreta
- Griechisch-türkisches Kommuniqué, vereinbart zwischen dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas Simitis und dem türkischen Staatspräsidenten Süleyman Demirel am Rande des NATO-Gipfels am 8. Juli 1997 in Madrid
- Rede des Präsidenten der Republik Zypern, Glafkos Klerides, vor der 52. Generalversammlung der Vereinten Nationen am 6. Oktober 1997 in New York (Auszüge)
- Rede des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, vor dem Deutschen Bundestag im Rahmen der Algerien-Debatte am 30. Oktober 1997 in Bonn
- Rede des zyprischen Außenministers, Ioannis Kasoulides, beim 12. Treffen des Gemischten Parlamentarischen Ausschusses von Europäischer Union und Zypern am 6. Oktober 1997 in Brüssel
- Rede von Hans van den Broek, Mitglied der Europäischen Kommission, am 2. Dezember 1997 im Ledra-Palast in Nikosia
- Rede von NATO-Generalsekretär Javier Solana über die Mittelmeer-Initiative der NATO am 10. November 1997 in Rom (gekürzt)
- Rede von Rauf Denktash, Führer der türkisch-zyprischen Gemeinschaft, vor dem 'Akionsforum Zypern' am 29. November 1997 in Düsseldorf
- Resolution 1146 (1997) des UN-Sicherheitsrats zu Zypern vom 23. Dezember 1997
- Schlußerklärung der vierten ordentlichen Sitzung der Außenminister des Mittelmeer-Forums am 11. und 12. Juli 1997 in Algier
- Schlußfolgerungen der zweiten Europa-Mittelmeer-Ministerkonferenz am 15. und 16. April 1997 in Malta
- Tagung des Europäischen Rates am 12. und 13. Dezember 1997 in Luxemburg, Schlußfolgerungen des Vorsitzes (Auszüge)
- Vortrag von Sir David Hannay, Zypern-Beauftragter der britischen Regierung, vor dem Institut Royal des Relations Internationales am 9. Oktober 1997 in Brüssel (gekürzt)





