November 1997

Europa - Fortschritt oder Stillstand?

Titelthema

Europas neues Gesicht

Analyse von Werner Weidenfeld

Das „kleine“ Europa wird zum „großen“, geographisch erweitert sowie mit neuen Aufgabenfeldern betraut, vor allem der gemeinsamen Währung. Der Vertrag von Amsterdam, so Weidenfeld, weist dieser Entwicklung gegenüber erhebliche Defizite auf. Statt dieses Flickwerks bedarf Europa einer umfassenden Reform seiner materiellen und institutionellen Grundlagen.

Europa der Nationalstaaten. Realistische Alternative oder Wunschdenken?

Analyse von Michael Salewski

Vor allem die Deutschen haben lange Jahre der Idee eines deutschen Nationalstaats eine Absage erteilt; sie waren stolz darauf, vorbildliche Europäer zu sein. Aber sind Europa und Nationalstaat wirklich ein Gegensatzpaar? Der Autor, Historiker an der Universität Kiel, hält dies für eine Scheinalternative und fordert eine moderne Form des „Europa der Vaterländer“.

Abschied vom Europa der Bürger?

Analyse von Bernard Cassen

Wie kann die „völlige Indifferenz“ der Bürger gegenüber der Arbeit der Regierungskonferenz und dem Amsterdamer Vertrag überwunden werden? Professor Cassen, Generaldirektor von Le Monde diplomatique, diskutiert die Verbindung zwischen gemeinschaftlichem, öffentlichem und politischem Raum und fordert auf zur freimütigen öffentlichen Debatte über den Zustand und die Perspektiven der Union, statt die Einführung des Euro zu überstürzen.

Auf dem Weg zum Ziel. Die Ergebnisse des Vertrags von Amsterdam

Analyse von Reinhard Silberberg und Wulf Schönbohm

Die Ergebnisse von Amsterdam und ihre Bedeutung für den Integrationsprozeß werden vielerorts unterschätzt. Der Vertrag ist jedoch eine wichtige Etappe auf dem Ziel zu einer engeren Union und reflektiert als Kompromiß zwischen 15 Mitgliedstaaten das derzeit politisch Machbare.

Die Europäische Union à 25. Wie regierbar ist sie?

Standpunkte von Eberhard Rhein

Der langjährige Brüsseler Beamte fordert eine Revision des Vertrags von Amsterdam mit Verbesserungen zum Abbau des Demokratiedefizits, zu den Entscheidungsmechanismen im Rat sowie zur Vereinfachung von Vertragsänderungen. Die sinnvolle Nutzung der Flexibilitätsklausel allein reiche nicht aus, um die Handlungsfähigkeit einer „EU à 25“ zu garantieren.

Mythos der Erweiterungsfähigkeit. Die EU vor ihrer ersten Osterweiterung

Analyse von Claus Giering und Josef Janning

Die allgemeinen Freudenäußerungen über die schließlich erfolgte Einigung von Amsterdam verdeckt nach Meinung der Autoren nur die Tatsache, daß auch dort wieder Besitzstandwahrung am Werk war und auf Zeit gespielt wurde. Der Aufbruch zu neuen Ufern ist ausgeblieben.

Die „Pre-ins“ der EWU. Zügiger Beitritt oder ewige Zweite?

Standpunkte von Norbert Walter

Der Autor untersucht, wie die Aussichten derjenigen EU-Staaten stehen, die an der ersten Runde der Einführung des Euro nicht teilnehmen können oder wollen. Der Chefvolkswirt der Deutsche Bank Research GmbH kommt zu dem Schluß, daß über kurz oder lang alle heutigen EU-Staaten dem Euro ohne größere Turbulenzen beitreten werden – vorausgesetzt, der Euro hat Erfolg.

Nachdenken über den Europa-Begriff.

Analyse von Roland Freudenstein

Die einstige Integrationsbegründung „Kriegsverhinderung“ reicht als Begründung für weitere Integrationsschritte nicht mehr aus. Es liegt im nationalen Interesse, so der in Warschau lebende Autor, den neuen Herausforderungen – wirtschaftliche Globalisierung, EWU, neuen Sicherheitsproblemen und der Osterweiterung – durch reformorientierte Integration zu begegnen.

Impulse für Europa.

1. Wandel unter Tony Blair?

Standpunkte von Bettina Schulz

Findet nach den Regierungswechseln in Großbritannien, Frankreich und Polen eine neue EUAusrichtung dieser Länder statt? Großbritannien will kein politisch unbedeutender Außenseiterwerden; wertvolle Impulse bei Europas künftiger Entwicklung sind daher von diesem Land zu erwarten. Frankreichs Sozialisten treiben die europäische Währung und die Osterweiterung voran und bedauern das nachlassende deutsche Engagement bei der Politischen Union. Polens in der Europa-Politik noch unerfahrene neue Regierung wünscht sich für die Zukunft einen kritischen, sachkundigen, floskellosen Dialog mit der EU.

Impulse für Europa

2. Frankreichs Schritte in die europäische Zukunft

Standpunkte von Lucas Delattre

Findet nach den Regierungswechseln in Großbritannien, Frankreich und Polen eine neue EUAusrichtung dieser Länder statt? Großbritannien will kein politisch unbedeutender Außenseiterwerden; wertvolle Impulse bei Europas künftiger Entwicklung sind daher von diesem Land zu erwarten. Frankreichs Sozialisten treiben die europäische Währung und die Osterweiterung voran und bedauern das nachlassende deutsche Engagement bei der Politischen Union. Polens in der Europa-Politik noch unerfahrene neue Regierung wünscht sich für die Zukunft einen kritischen, sachkundigen, floskellosen Dialog mit der EU.

Impulse für Europa

3. Polens Weg in die Westintegration

Standpunkte von Markus Mildenberger

Findet nach den Regierungswechseln in Großbritannien, Frankreich und Polen eine neue EUAusrichtung dieser Länder statt? Großbritannien will kein politisch unbedeutender Außenseiterwerden; wertvolle Impulse bei Europas künftiger Entwicklung sind daher von diesem Land zu erwarten. Frankreichs Sozialisten treiben die europäische Währung und die Osterweiterung voran und bedauern das nachlassende deutsche Engagement bei der Politischen Union. Polens in der Europa-Politik noch unerfahrene neue Regierung wünscht sich für die Zukunft einen kritischen, sachkundigen, floskellosen Dialog mit der EU.

Das Europa der Regionen.

Analyse von Manfred Dammeyer

Der Ausschuß der Regionen hat sich in pragmatischer Arbeit Respekt unter den europäischen Institutionen verschafft; er äußert sich vor allem zu Umweltfragen, zur Landwirtschaft und zur Regionalpolitik. Der Ausschuß ist Ausweis der Vielfalt und Heterogenität Europas.

Internationale Politik

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