März 1995
Krisen und Kriege
Haß und Grausamkeit auf dem Balkan 
Analyse von Paul Lendvai
Der Balkan ist nach dem Ende des Kalten Krieges zum potentiell gefährlichsten Krisenherd in Europa geworden. Paul Lendvai skizziert die einzelnen Phasen des Krieges auf dem Territorium des früheren Jugoslawien und warnt vor einer weiteren Aushöhlung der existierenden Sicherheitsstrukturen.
Brandherde in der ehemaligen Sowjetunion 
Analyse von Andrei Zagorski
Für die Behandlung und Lösung interethnischer, religiöser oderterritorialer Konflikte wurden bereits Strategien, beispielsweise durch die OSZE, entwickelt. Konflikte der zweiten Generation mit komplexeren Ursachen – etwa verursacht durch Machtkämpfe regionaler Eliten – bedürfen jedoch eines neuen Konzepts der Konfliktverhütung. Dem Westen fehlt aber offensichtlich der Wille, sich bei entfernten, zentralasiatischen Konflikten zu engagieren.
Krisengebiet Kaukasien. Aktuelle Lage und Entwicklungsperspektiven 
Analyse von Jörg Stadelbauer
Hohe politische Labilität sowie offene und latente Konfliktherde kennzeichnen Kaukasien. Eine kriegerische Eskalation ist nicht auszuschließen. Die Ursache liegt bei der Forderung einzelner Völker, Territorien neu abzugrenzen und mit Autonomie- oder Souveränitätsrechten auszustatten sowie den Zugang zu Ressourcen zu sichern. Wo liegt die Friedenschance?
Lösungsmodelle für den Kaschmir-Konflikt 
Analyse von Munir D. Ahmed
Seit fast einem halben Jahrhundert stört der ungelöste Kaschmir-Konflikt das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan; er bildet zugleich einen Faktor der Ungewißheit und des Risikos auf dem Subkontinent. Der Autor schildert die Entstehung des Konflikts und zeigt verschiedene Lösungsmodelle auf.
Politische Instabilitäten im Nahen Osten 
Analyse von Kenneth W. Stein
Politik und Geschichte des Nahen Ostens sind unverständlich ohne die Kenntnis der Rolle des Nationalstaats. Neben dem arabisch-israelischen Konflikt ist der Nationalismus ein bestimmender Faktor in der Region; in der Anmeldung territorialer Ansprüche sieht der Autor Stoff für künftige Kriege und Konflikte.
Ein neues Sicherheitssystem für den Golf 
Analyse von Udo Steinbach
Fraglich ist, ob die Aufrechterhaltung des „doppelten Containment“ dem Ziel einer langfristigen Stabilisierung der Golf-Region entspricht. Wo liegen die Grenzen eines aktiven politischen Engagements des Westens? Die Bemühungen, Stabilität und Sicherheit in der Region durch ein regionales Sicherheitssystem zu gewährleisten, konnten jedenfalls bislang nicht verwirklicht werden.
Kriegsherd Afrika? 
Analyse von Franz Ansprenger
Afrikas Bürgerkriege schaukeln sich mit den anderen Herausforderungen der Gegenwart – wie Bevölkerungsexplosion und Wirtschaftsmisere – zu einem katastrophalen Schlingern der ganzen Gesellschaft auf. Wenn dies so weitergeht, fällt Afrika im 21. Jahrhundert nicht nur als Partner der anderen Erdteile aus, sondern steckt diese mit seinen Krankheitsträgern an.
Pragmatische Internationalismus. Öffentliche Meinung und Außenpolitik in den USA 
Analyse von John E. Rielly
Alle vier Jahre führt der Chicago Council on Foreign Relations eine Umfrage über öffentliche Meinung und Außenpolitik in den Vereinigten Staaten durch. Die vom Präsidenten des Council referierten Ergebnisse der im Herbst 1994 durchgeführten Umfrage machen deutlich, daß die Mehrheit der Amerikaner eine aktive Rolle der USA in der Weltpolitik befürwortet.
Globale Wirtschaftsintegration. Neue Herausforderungen für die Industriestaaten. 
Analyse von David D. Hale
Nach dem Zweiten Weltkriegs konzentrierte sich der Westen auf die Finanzierung des Wiederaufbaus. Nach dem Kalten Krieg stehen die Industriestaaten nun vor der Aufgabe, die bislang marxistischen oder merkantilistischen Wirtschaften in den globalen Waren- und Kapitalmarkt zu integrieren. Hale nennt die Hindernisse, die auf dem Weg zu einer effektiven internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch überwunden werden müssen.
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- Alptraum Völkerwanderung
- Wirtschaften im Wettbewerb
- Die Außenpolitik der GUS-Staaten
- Wandel der Sicherheitsordnung





