September/Oktober 2009

Orient im Umbruch

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Verhaftungen, Folterungen, Schauprozesse – mit brutaler Gewalt versucht das iranische Regime, die letzten Reste der Aufstände nach den Präsidentschaftswahlen zu unterdrücken. Die letzten Reste? „Der Machtkampf um die künftige Gestaltung des Iran ist noch lange nicht entschieden“, schreibt David Menashri in diesem Heft. Sicher ist aber: 30 Jahre nach der islamischen Revolution stellt sich dieses Gegenmodell zu den Verheißungen und Zumutungen der westlichen Moderne als ganz vulgäre Militärdiktatur heraus.

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Titelthema

Atommacht oder Volksherrschaft

Die widersprüchlichen Entwicklungen im Iran fordern die internationale Gemeinschaft heraus
Beitrag von David Menashri

Das Bild des Autors mit den zwei Zügen beschreibt die gegenwärtige Lage im Iran ganz richtig: Ein Zug trägt die Botschaft vom soziopolitischen Wandel; der andere bewegt sich schnell auf das Ziel einer nuklear bewaffneten Regionalmacht zu. Die Weltgemeinschaft muss jetzt verhindern, dass der „atomare Zug“ zuerst sein Ziel erreicht.

Hebamme des Friedens

Für Frieden und Stabilität in der Region ist Ägypten unentbehrlich
Beitrag von Abdel-Monem Said

Im Nahen Osten verpasst man selten eine Gelegenheit, eine Gelegenheit zu verpassen. Zeit, die Software zu ändern, denn die Chancen stehen gut für einen Ausgleich: Die USA genießen wieder Ansehen in der Region; der Iran ist mit sich selbst beschäftigt. Vor allem Ägypten fällt eine wesentliche Rolle zu, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen.

Unsplendid Isolation

Wie Syrien sich um ein neues außenpolitisches Image bemüht
Beitrag von Ayman Abdel Nour

Die Rolle des Ruhestörers in der Region – durch enge Beziehungen mit dem Iran sowie Unterstützung islamistischer Bewegungen – will Damaskus nicht länger spielen. Das korrupte und repressive Regime steht vor ernsthaften politischen und wirtschaftlichen Problemen. Da käme ein Verhandlungserfolg zur Rückgabe der Golan-Höhen gerade richtig.

„Totengräber des Zionismus“

Amnon Rubinstein über die Bedrohung Israels durch radikale Siedler

US-Präsident Barack Obama forderte klar: Soll es in den israelisch-palästinensischen Verhandlungen weiter gehen, muss Israel für einen völligen Stopp des Siedlungsbaus sorgen. Das läge auch in Israels Interesse. Denn das schlimmste Szenario, erklärt der Jurist Amnon Rubinstein, wäre, wenn Israel sich nicht aus den besetzten Gebieten zurückziehen könnte.

Halb zog es sie, halb sank sie hin

Die Hamas entwickelt sich langsam zur staatstragenden Organisation
Beitrag von Henrik Meyer und Michael Bröning

In ihrer Charta vertritt die Hamas einen kruden Antisemitismus; Verhandlungen mit Israel werden dort kategorisch ausgeschlossen. Doch neuere Dokumente und die Politik der Organisation seit der Machtübernahme in Gaza beweisen: Die Hamas passt sich nicht nur politischen Realitäten an. Sie will sie auch konstruktiv mitgestalten.

Ende der Eiszeit

Obamas Charmeoffensive im Nahen Osten öffnet diplomatische Türen
Beitrag von Michael Thumann

Obama schlägt im Nahen Osten differenzierte Töne auf der Soft-Power-Klaviatur an – mit Erfolg: Innerhalb kurzer Zeit hat er die Lähmung der Bush-Ära überwunden und Amerika als entscheidende Triebkraft rehabilitiert. Im Umgang mit Israel, dem Iran und Syrien zählen allerdings auch harte diplomatisch-militärische Maßnahmen zum Handlungsrepertoire.

Nahost-Strategien zum Nachlesen

Magazin
Cyber Security

Der unsichtbare Feind

Die neuen Gefahrenlagen im digitalen Raum
Beitrag von Henning Wegener

Krankenhäuser, Unternehmen, Banken, nationale Verteidigung – unsere gesamte Infrastruktur wird von Computertechnik gesteuert. Wir stehen vor einem Quantensprung: Die Vorteile der digitalen Technik sind immens, die Gefahren noch größer. Denn die Angreifer auf die digitale Infrastruktur sind den Verteidigern immer einen Schritt voraus.

Cyber Security

Haltet den Wurm!

Wie Deutschland die sichere IT-Nutzung verbessern will
Beitrag von Udo Helmbrecht

Zum Funktionieren unseres Gemeinwesens sind wir auf sichere Informations- und Kommunikationstechnik angewiesen. Hierbei spielt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine zentrale Rolle: Es will die Bedrohungen für Verwaltung, Wirtschaft und Menschen begrenzen und neu aufkommende Gefahren frühzeitig erkennen.

Cyber Security

Stabilität statt Cyberkrieg

Was für den Frieden im digitalen Raum notwendig wäre
Beitrag von Jody Westby

Staaten entwickeln nationale Strategien zur Sicherung des digitalen Raumes und führen mit alarmierender Häufigkeit Angriffe im Cyberspace durch. Im Augenblick fließt mehr Geld, um Cyberkriege zu führen, als für deren Abwehr. Es wird Zeit, dass sich Regierungen auf ein durch Kooperation und Regulierung erreichbares Maß an Sicherheit einigen.

Deutschland vor der Wahl

Auswärtstaktik

Wie die Außenpolitik der nächsten Jahre aussehen könnte

Europäische Integration und der Einsatz in Afghanistan; die Suche nach einer neuen Weltordnung und ein Naher Osten, in dem sich der Iran anschickt, Atommacht zu werden – mit diesen Feldern muss sich die nächste Bundesregierung auseinandersetzen. Internationale Politik hat Außenpolitiker der großen Parteien nach ihren Lösungsvorschlägen befragt.

Deutschland vor der Wahl

Alle Macht dem Kanzler

Plädoyer für eine effizientere außenpolitische Struktur der Bundesregierung
Beitrag von Fritjof von Nordenskjöld

Parteipolitisches Konkurrenzgebaren und eine überaus diffizile Koordination lähmen den politischen Entscheidungsprozess in Deutschland. Höchste Zeit, über neue Strukturen nachzudenken, das Auswärtige Amt der Kanzlerpartei zuzuordnen und mit der Kanzlerautorität zu stärken sowie das Amt eines „Foreign Secretary“ zu schaffen.

Deutschland vor der Wahl

Merkels Makel

Wie die Bundeskanzlerin ihre zweite Amtszeit gestalten sollte
Beitrag von Robin Mishra

Immer nur abwarten wird nicht mehr genügen. Vorangehen ist angesagt, die Kanzlerin muss deutlich machen, für welche Weltordnung und Werte sie steht. Will sie zu einer prägenden Kanzlerin werden, auf Augenhöhe mit Adenauer, Brandt oder Kohl, dann muss sie jetzt ihre pragmatische Merkel-Diktion zu einer prägenden Merkel-Doktrin ausbauen.

Der Kassandra-Komplex

Noch immer haben sich die Propheten des amerikanischen Niedergangs geirrt. Warum sollte es diesmal anders sein?
Beitrag von Josef Joffe

Chinas rasanter Aufstieg beflügelt die Fantasien von Amerika-Kritikern und notorischen Schwarzmalern. Geht es jetzt – endlich – bergab mit der amerikanischen Supermacht? Nein. Und das ist auch gut so. Denn ob Nahost, Nordkorea, Afghanistan oder Iran: Entweder die „Weltmacht aus Notwendigkeit“ erledigt die Schmutzarbeit, oder sie bleibt eben liegen.

Blaupause für eine neue Weltgesellschaft

Wie wir die Klimaziele des G-8-Gipfels umsetzen und dabei gewinnen können
Beitrag von Claus Leggewie

Beim G-8-Treffen von L’Aquila geschah etwas, was man vielleicht einmal eine historische Zäsur nennen wird: Die Lenker der G-8 und wichtiger Schwellenländer zeigten sich entschlossen, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius über dem Niveau von 1880 zu begrenzen. Eine Erklärung mit potenziell radikalen Konsequenzen – auch für die globale Ordnung.

Forschst du noch oder handelst du schon?

Die Tücken der Klimadebatte
Beitrag von Sven Titz

Wenn es um klimapolitische Maßnahmen geht, werden Zweifel wissenschaftlicher oder moralischer Art gerne ignoriert – ebenso wie kulturelle Einflüsse. Kein Wunder, dass die Forderungen an Klimaforscher und Ökonomen lauter werden, die Unschärfe ihrer Vorhersagen gründlich zu erfassen und den Politikern zu erklären.

Brief aus… San José

Die große Ausnahme

Warum Costa Rica die Insel des Wohlstands in einem Meer von Armut ist
Beitrag von Marko Martin
Internationale Presse

„Armageddon in Islamabad“

Strategiediskurs statt Sommerloch: Amerika streitet über Afghanistan und Pakistan
Beitrag von Patrick Keller
Schlusspunkt

Sozialistisch siegen

Ausgerechnet von den USA könnte Europas Fußball Gerechtigkeit lernen
Beitrag von Tobias Kaufmann
Weblinks

Viren, Würmer, Cyberwar

Service

Buchkritik

Dokumentation

Zusammenstellung von Dokumenten aus dem Zeitraum Juni bis August 2009

IP-Forsa-Umfrage

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