Mai 2009

Europa hat die Wahl

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Es geht ja „nur“ um die Wahlen zu einem Parlament in den Tagen zwischen dem 4. und dem 7. Juni. Eines, das nicht in unseren Hauptstädten tagt, sondern weit weg und oft unbemerkt in Straßburg. Die Wahlbeteiligung dürfte entsprechend gering ausfallen.

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Titelthema

Europa 2030: der Garten des Candide

Beitrag von Wolfram Eilenberger

Das Zeitalter der Globalisierung ist zu Ende. Die Verknappung zentraler Ressourcen wird eine Abkehr vom Welthandel und die Entstehung kontinentaler Autarkiezonen zur Folge haben. Doch Europa ist für diese Herausforderungen gerüstet. Es hat die beste sozio-politische Ordnung der Weltgeschichte hervorgebracht und wird diese – hinter Mauern – aufrechterhalten.

Europa 2030: vorwärts ins neue Mittelalter

Beitrag von Parag Khanna

Die Globalisierung wird fortschreiten – und ein weiteres Aufweichen nationaler Ordnungsstrukturen bewirken. Der langwierige Transitionsprozess hin zu einem globalen Regierungssystem wird, ähnlich dem Mittelalter, von Unsicherheit geprägt sein. Doch Europa hat ein regionales Governance-System entwickelt, das den Weg durch diese Epoche weisen kann.

„Brüssel ist nicht Bionade“

Europa hat die Wahl, doch keiner geht hin: Wenige Wochen vor dem Urnengang zum EU-Parlament zieht es gerade einmal ein Viertel der Stimmberechtigten in die Wahlkabine. Ein Gespräch mit Lutz Meyer, Geschäftsführer Agenda der Werbeagentur Scholz & Friends, über Europas müde Bürger, die EU als Marke und das Gefühl fehlender politischer Relevanz.

Wer hat Angst vor Manuel Barroso?

Beitrag von Dominik Hierlemann

Pünktlich zu den Wahlen zum Europäischen Parlament machen Europas Gegner von Attac bis CSU wieder mobil. Ihr Spektrum ist ebenso breit wie ihre Kommunikationsmethoden modern sind. Die EU ist gefordert, dagegen zu halten. Vor allem mit neuen Formen der Bürgerbeteiligung, seien sie nun national oder europaweit, persönlich oder via Internet.

Untergehen, um zu überleben

Beitrag von Cornelius Adebahr

Der Fortgang der europäischen Integration ist seit langem nicht mehr frei gewählt, sondern aufgrund globaler Herausforderungen notwendig. Anhand der beiden Beispiele Weltwirtschaftskrise und Klimawandel erklärt der Autor, warum die Schaffung eines europäischen Unionsstaats so wichtig ist: ohne ihn gingen die Nationalstaaten unter.

Internationale Politik
60 Jahre Bundesrepublik

„Partner der USA, aber selbstbewusst“

Henry Kissinger über die Nachkriegszeit und die neue Rolle Deutschlands

„Wer die Amerikaner waren, wusste ich nicht“

Beitrag von Hans Ulrich Klose

„Wir waren immer eine kleine Minderheit“

Beitrag von Hildegard Hamm-Brücher

Hildegard Hamm-Brücher, Grande Dame der deutschen Nachkriegspolitik, erzählt von ihrem politischen Werdegang in der Bundesrepublik der 1960er Jahre, vom Kampf gegen „alte Nazikräfte" und der schwierigen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, von der deutsch-israelischen Annäherung und dem allmählichen Heranreifen von Zivilgesellschaft und Demokratie.

„Ich hätte mitheulen können vor Rührung“

Beitrag von Wolfgang Thierse

„Gorbatschow war ein Glücksfall“

Helmut Schmidt im Interview über den NATO-Doppelbeschluss, die deutsche Entspannungspolitik gegenüber der Sowjetunion, Gorbatschows Rolle im Wiedervereinigungsprozess und die geostrategischen Veränderungen, die sich für Deutschland und Europa aus der Wiedervereinigung ergaben.

„Jetzt werden wir ein normaler Staat“

Beitrag von Egon Bahr

„Eine Politik der Zukunftsverantwortung“

Beitrag von Hans-Dietrich Genscher
Finanzkrise

Ein Mangel an Realitätssinn

Beitrag von Francis Fukuyama

Weder Republikaner noch Demokraten zeigen große Einsicht in die Ursachen der Finanzkrise. Doch um die globale Wirtschaft auf Kurs zu bringen, bedarf es nicht nur diverser Konjunkturpakete zur Umsetzung von Reformvorhaben. Sondern tiefgreifender Veränderungen, die die Glaubwürdigkeit amerikanischer Werte wieder herstellen können.

Die Grenzen des Aufschwungs

Beitrag von Barbara Unmüssig

Die Finanzkrise legt die strukturellen Probleme der chinesischen Wirtschaft offen. Der Einbruch der weltweiten Nachfrage trifft die Exportwirtschaft empfindlich. Die Regierung versucht daher, mit Investitionen, Sozialprogrammen und Subventionen die Binnennachfrage anzukurbeln – allerdings zu Lasten der Umwelt.

Sicherheitspolitik

Obama und die kernwaffenfreie Welt

Beitrag von Joachim Krause

Die von Barack Obama angekündigten Maßnahmen zur nuklearen Abrüstung sind weder neu noch revolutionär. Sie stehen vielmehr in der Kontinuität amerikanischer Sicherheitspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges – und Obama wird bei ihrer Umsetzung die gleichen Probleme haben wie seine Vorgänger. Deshalb: keine voreilige Euphorie, bitte.

Unterwegs ins Ungewisse

Beitrag von Patrick Keller

Das Geschacher um die Personalie Rasmussen hat beim Jubiläumstreffen der NATO alle strategischen Fragen überschattet. Darunter auch die nach dem Verhältnis zwischen Landesverteidigung und internationaler Stabilitätsprojektion. Die Antwort auf dieses Dilemma ist, siehe Afghanistan, leichter formuliert als umzusetzen: das eine tun, ohne das andere zu lassen.

Brief aus ... Odessa

Acht Stufen, verzweifelt gesucht…

Beitrag von Marko Martin
Internationale Presse

„Nichts als Gift und armselige Lügen“

Beitrag von Wolfgang Koydl

Die Kommentare der britischen Presse erinnern zuweilen an die amerikanische Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“: So wie in diesem Film ein TV-Reporter in einer Zeitschleife gefangen und dazu verurteilt ist, denselben Tag immer wieder aufs Neue zu durchleben, kehren auch die Kommentatoren im Vereinigten Königreich stets zu immer demselben Thema zurück: dem unaufhaltsamen Abstieg der Labour-Regierung und ihres glücklosen Premierministers Gordon Brown.

Schlusspunkt

Buß und Reu

Beitrag von Malte Lehming
Service

Dokumentation

Dokumente aus dem Zeitraum Ende März / April 2009

Buchkritik

Die Entdeckung Europas

Buchkritik von Armando Garcia Schmidt

20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist Europa noch damit beschäftigt, sich vom „Normalisierungsschock“ (Karl Schlögel) zu erholen. Die Zeit der Selbstentdeckung, Selbsterkundung und Selbstbeschreibung hat gerade erst begonnen. Wie dieser Prozess zu gestalten ist, zeigen fünf Neuerscheinungen.

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