März 2009

California

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Vor dem Auge die unendlichen Weiten des Pazifik, im Rücken die Ödnis des Mittleren Westens: Da drängt sich leicht das Gefühl auf, man befände sich am Ende der Welt. Eine Fahrt im „Baby Bullet“, dem Expresszug, der San Francisco mit San José verbindet und in knapp einer Stunde das gesamte Silicon Valley durchfährt, entlarvt den Eindruck schnell als einen Irrtum, dem vermutlich Europäer leicht verfallen. Kalifornien mag das westliche Ende der USA sein, aber es ist vor allem Nachbar Asiens und Lateinamerikas, und den Kaliforniern selbst ist schon lange klar, dass der Pazifik nicht nur größer, sondern vielleicht sogar wichtiger ist als der Atlantik.

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Titelthema

„Ein feiner Seismograph“

Kalifornien ist Vorreiter eines klimapolitischen Aufbruchs in den USA. Die Wirtschaftsverflechtungen des Bundesstaats mit China, Wissensnetzwerke über den Pazifik hinweg, Städtepartnerschaften im Bereich Klima und Energie sind besondere Erfahrungen Kaliforniens, von denen wir lernen können. So Außenminister Frank-Walter Steinmeier im IP-Interview.

Absturz ins Armenhaus

Beitrag von Rüdiger Scheidges

Hoffnungslos verschuldet, rettungslos veraltet, unregierbar: Vom einstigen Modellstaat Amerikas ist Kalifornien zum finanziellen Bittgänger in Washington abgestiegen. Marode Straßen und überfüllte Gefängnisse karikieren das Bild vom „Golden State“ – und stehen auch für das politische Scheitern von Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

Alles im grünen Bereich

Beitrag von Siri Schubert

Zukunft ist machbar: Mit diesem Glauben entwickeln hunderte Unternehmen in Silicon Valley oder Orange County Solarzellen, Windrotoren oder Batterien. Die saubere Energierevolution wird von Wagniskapitalgebern finanziert, die Geld investieren, wo Ideen sind. Zumindest bis jetzt – denn die Finanzkrise macht auch vor den grünen Pionieren nicht halt.

Wer wagt, gewinnt

Beitrag von Roberto Peccei

Qualität kommt von Qual: Nach diesem Motto lehren und lernen die Besten der Besten an den Hochschulen von Stanford, Berkeley oder San Francisco. Knallharte Konkurrenz, gepaart mit größtmöglicher Freiheit, stehen für den Erfolg des kalifornischen Modells. Nun wollen Deutschlands Eliteunis nachziehen – und von Amerika mehr Risiko lernen.

Denn sie sind gekommen, um zu bleiben

Beitrag von Abraham F. Lowenthal

Millionen oft illegaler Einwanderer strömen seit Jahrzehnten über die mexikanische Grenze nach Kalifornien. Washington reagierte mit einer Trennmauer. Ganz falsch, sagen die Kalifornier. Man sollte Migranten einbürgern, nicht aussperren. Sie müssen es wissen. Seit Jahrhunderten verdanken sie ihren Erfolg den Zuwanderern.

Land of the Free

Beitrag von Hans Ulrich Gumbrecht

Wo keine Möglichkeit ausgeschlossen ist, weil nie eine einzige Wirklichkeit dominiert, wo auch scheinbar absurde Ideen eine Chance haben, weil man sich auch um solche Leute sorgt, die das anscheinend Absurde wollen, und wo die Gesellschaft umso lebendiger wird, je hartnäckiger ihr das Ende prophezeit wird: ein Streifzug durch Kalifornien.

Magazin

Eine Strategie für Deutschland

Beitrag von Eberhard Sandschneider und Ralf Welt

Welche Themen werden in der Zukunft Deutschlands Außenpolitik dominieren? Diese Frage stellten DGAP und dimap-Gruppe ausgewählten deutschen Entscheidern. Ganz vorn: Energie-, Umwelt- und Finanzpolitik, gefolgt vom internationalen Terrorismus. Und Europa sollte auch weiterhin das tun, was es am besten kann – vermitteln.

Europa wie es sinkt und lacht

Essay von Ulrike Guérot

Soll die Europäische Union eigentlich erst untergehen, bevor wir erkennen, was sie uns wirklich bedeutet? Natürlich nicht, und deshalb ist es höchste Zeit für eine neue Debatte über die Zukunft der EU. Groß muss sie sein, die Union, und politisch, will sie ihre Interessen und Ambitionen durchsetzen. Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle.

Comeback für Ingenieure

Beitrag von Louis Gallois

Weil Innovation nicht genügend gefördert wird und technische Berufe als wenig attraktiv gelten, geht Europas Hightech-Industrie der Nachwuchs aus. Der Mangel an Ingenieuren bedroht unseren Wettbewerbsvorsprung – und letztlich unseren Wohlstand. Um gegenzusteuern, müssen wir die junge Generation wieder für Technik und Forschung begeistern.

Nahost

Ein gespaltenes Volk

Beitrag von Pierre Heumann

Unter dem palästinensischen Präsidenten Machmud Abbas ist in der West Bank ein wirtschaftlicher Aufschwung in Sicht: die Löhne steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Polizei sorgt für Ruhe und Ordnung. Doch weil Abbas harsch gegen die Feinde von der radikalen Hamas vorgeht, gilt er als Kollaborateur Israels. Davon profitieren die Islamisten.

Den direkten Dialog wagen

Beitrag von Haleh Esfandiari

Auch wenn die Liste der Probleme und gegenseitigen Forderungen lang ist: Die USA und der Iran sollten endlich zu beträchtlichen Zugeständnissen bereit sein, um die bilateralen Spannungen abzubauen. Die Autorin präsentiert konkrete Handlungsempfehlungen für die neue US-Regierung, die den aktuellen Stand der Diskussion zeigen.

Sicherheitspolitik

Immer dieser Michel

Beitrag von Donald K. Bandler und Wess Mitchell

Ausgerechnet das Obama-begeisterte Deutschland könnte der neuen US-Regierung ihre erste außenpolitische Schlappe bescheren. Während Washington eifrig für den NATO-Beitritt der Ukraine und Georgiens wirbt, setzt Berlin auf Zurückhaltung. Für den Gipfel im April ist eine rasche Annäherung dringend notwendig.

Inside Pentagon

Beitrag von Wolfram Eilenberger

Es ist eher wie eine kleine Stadt, das amerikanische Verteidigungsministerium. In dem fünftgrößten Gebäude der Welt arbeiten 23 000 Menschen rund um die Uhr. Hier fallen die wichtigen Entscheidungen für den Irak und Afghanistan. Doch manchmal werden die Planer mit den Realitäten des Krieges auch in ihren langen Gängen konfrontiert.

Robuste Illusionen

Essay von Eric Chauvistré

Die politische Verarbeitung des Afghanistan-Einsatzes folgt in Deutschland dem Dogma: Wir führen keinen Krieg. Über Wortneuschöpfungen wie „robuster Einsatz“ oder „Einsatz für den Frieden“ wagt sich kaum jemand hinaus. Derweil schreitet der Umbau der Bundeswehr in eine weltweit agierende Interventionsarmee voran. Zeit für eine ehrliche Diskussion.

Brief aus … Athen

Intifada der 15-Jährigen

Beitrag von Gerd Höhler

Die Bilder brennender Banken und abgefackelter Autos sind aus den Fernsehnachrichten und von den Titelseiten der Athener Zeitungen wieder verschwunden. Die Chaostage vom vergangenen Dezember, als Nacht für Nacht Qualm und Tränengasschwaden durch die Straßen zogen, scheinen vergessen. Und doch treffe ich bei meinem Gang durch Athen noch immer auf ihre Spuren: das ausgebrannte Autohaus auf der Syngrou Avenue, die rußgeschwärzte Ruine an der Filellinon Straße, die zertrümmerten Glasfassaden an der Amalias Allee. Zwar genießen die Athener in den Straßencafés die ersten sonnigen Frühlingstage. Aber die Stimmung täuscht nicht darüber hinweg, dass es unter der Oberfläche weiter brodelt. Immer wieder gehen nachts Autos in Flammen auf, explodieren selbstgebastelte Brandsätze, wie jüngst vor den Häusern von 17 Staatsanwälten, Richtern und Politikern.

Internationale Presse

Sieger sehen anders aus

Reportage von Götz Nordbruch

Bei der Analyse des Gaza-Kriegs in den arabischen Medien kommt kaum ein Akteur ungeschoren davon

Buchkritik

Die üblichen Verdächtigen

Buchkritik von Thomas Speckmann

China, Indien, die Türkei mit Polen und Japan oder am Ende doch wieder die USA? Die Frage, wer die Welt im „postamerikanischen Zeitalter“ (Fareed Zakaria) lenken wird, beherrscht nach wie vor die Diskussion auf dem Buchmarkt. Vier Neuerscheinungen suchen nach Akteuren und Antworten für das 21. Jahrhundert.

Schlusspunkt

Die Repolitisierung des Kinos

Beitrag von Kira Taszman und Miriam Hollstein

Ein Rückblick auf die Berlinale

Service

Dokumentation

Dokumente aus dem Zeitraum Ende Januar - Anfang März

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