Juni 2009
Die Neuvermessung der Welt
© Le Monde diplomatique (Taz Verlag, Berlin) 2006
Es wird ja oft genug betont: Wir befinden uns in der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte. Und so diskutieren wir über Abwrackprämien und die Rettung des Autoherstellers Opel, über Konjunkturpakete und eine Neuverschuldung, mit der noch die übernächste Generation kämpfen wird. Doch selbst, wenn wir das Attribut „global“ im Zusammenhang mit der Krise selten vergessen, geraten uns die weltweiten Konsequenzen ganz offensichtlich aus dem Blick.
Vorwärts im Rückwärtsgang 
Beitrag von Harold James
Mit einem keynesianischen Kraftakt versucht die Staatenwelt, die Folgen der Finanzkrise einzudämmen und die Weltwirtschaft wiederzubeleben. Doch ob die Konjunkturspritzen helfen oder nicht: Längst zeichnet sich im Schatten der Krise eine Neuvermessung der Macht ab – und das Ende der US-dominierten globalen Finanzwirtschaft.
Die Konjunkturpakete der G-20-Staaten 
Zahlen, Hintergründe, Auswirkungen
Protektionismus durch die Hintertür? 
Beitrag von Christina Langhorst und Stormy Mildner
Die gigantischen Konjunkturpakete der USA und der EU bergen das Risiko, ungleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und den Handel zu verzerren. Um die Krise zu überwinden, müssen aber im Gegenteil die Märkte offen gehalten und faire Spielregeln beachtet werden, denn: Freihandel ist die beste Medizin gegen den Abschwung.
Ende der Energiewende? 
Beitrag von Andreas Löschel und Ulf Moslener
Abgezogene Investitionen, fallende Energiepreise, stockender internationaler Klimaschutz: Im Sog der globalen Wirtschaftskrise verlieren die grünen Energietechnologien massiv an Boden. Doch ihr weiterer Ausbau ist ohne Alternative – die Konjunkturpakete müssen helfen, den viel beschworenen „Green New Deal“ umzusetzen.
Frischer Wind aus Asien 
Beitrag von Helmut Reisen und Sebastian Paulo
Die Schwellenländer, allen voran China, drängen auf den Entwicklungshilfesektor. Mit neuen Ansätzen konterkarieren sie die vom Westen entwickelten Methoden und Standards – und ernten dafür regelmäßig die Kritik der Etablierten. Doch der einzig praktikable Weg ist eine Synthese von westlichen und östlichen Ansätzen.
Gewinner und Verlierer der Finanzkrise: eine Auswahl von Euro bis Entschleunigung 
Metamorphose der Geopolitik 
Beitrag von Andreas Rinke
Was passiert, wenn die „nationalen“ Konjunkturpakete in der „weltweiten“ Krise nicht nachhaltig wirken? Der Geheimdienst BND hat eine erste Analyse erstellt. Möglich sind drei Szenarien: langsames Wachstum und eine Verlängerung des amerikanischen Zeitalters, China als vorherrschende Weltmacht und ein Abgleiten in eine instabile Welt.
Software made in Asia 
Beitrag von Alexander Rahr
China hilft Russland aus der Krise. Und Moskau, verärgert über die westliche Kritik und das Misstrauen gegenüber seiner Energiewirtschaftspolitik, richtet sich Schritt für Schritt auf eine Umorientierung seiner Rohstoff- und Energieexporte vom bisherigen Hauptkonsumenten Europa auf Asien ein. Dabei werden ganz neue Allianzen entstehen.
Harte Zeiten für Friedensbewegte 
Beitrag von Nikolas Busse
Die USA müssen zum ersten Mal seit langem ihren Verteidigungshaushalt kürzen. China aber leistet sich eine Steigerung seiner Militärausgaben. Klar ist: Die Gestaltungsmacht des Westens wird intensiver denn je in Frage gestellt werden. Auf die leidenschaftliche Konkurrenz mit den aufsteigenden Großmächten ist vor allem Europa schlecht vorbereitet.
Gemeinsam gegen die Piraten 
Beitrag von Andreas Uhl
Die Kriegsschiffe der EU erledigen ihre Arbeit erfolgreich. Im Rahmen der Atalanta-Mission am Horn von Afrika verhindern sie die meisten Übergriffe von Piraten, die in einem immer größeren Areal aktiv werden. Deutschland hat als Exportnation ein existenzielles Interesse an der Sicherung dieser wichtigen Handelsroute zwischen Europa und Asien.
Chaos am Horn von Afrika 
Beitrag von Michael Stehr
Die Ostküste Afrikas hat die asiatischen Meere als Hochburg der modernen Piraterie abgelöst. Die ständige Bedrohung verursacht Milliardenkosten und behindert den Welthandel. Wenn die internationale Gemeinschaft gegen die Freibeuter vorgeht, muss sie nicht nur die Symptome bekämpfen. Sie muss auch die tiefer liegenden Ursachen beheben.
Zu große Verantwortung für die Kleinen 
Beitrag von Ulrike Guérot
Die kleinen EU-Mitglieder sind, so zeigt die Erfahrung mit Tschechien, nicht in der Lage, die gestiegenen Anforderungen an die EU-Ratspräsidentschaft zu erfüllen. Schweden wird vor allem auf die Ratifizierung des Lissabonner Vertrags hoffen, um erste konkrete Akzente setzen zu können und die Außenwirkung der EU zu verstärken.
Turbulenzen in Grenzen 
Beitrag von Reinhold Vetter
In Tschechien stürzt eine Regierung während der EU-Präsidentschaft, Lettland steht vor dem Staatsbankrott, slowakische Nationalisten mobilisieren gegen die ungarische Minderheit: 20 Jahre nach der friedlichen Revolution herrscht in Osteuropa nicht gerade Festtagsstimmung. Wie robust sind Demokratie und Marktwirtschaft in den postkommunistischen Staaten?
Konzeptkünstler 
Beitrag von Armando Garcia Schmidt und Yannis Tsantoulis
Schwarzmeer-Synergie, ENP, Östliche Partnerschaft: Wenn es um das Zusammenleben mit den Nachbarn im Osten geht, droht die EU den Überblick zu verlieren. Zeit für den großen Wurf, der die vorhandenen Ansätze zusammenführt. Denn von einer kohärenten Ostpolitik hängt die Zukunft des europäischen Projekts ab.
Zynismus und doppelte Standards 
Beitrag von Mykola Riabchuk
Eine wertegeleitete Außenpolitik gilt dem Westen als Ideal. In der Realität dominieren Geschäftsinteressen und die strategische Kooperation mit Russland – im Zweifel auf Kosten der osteuropäischen Selbstbestimmung. Schon immer, schreibt der Autor in seinem provokanten Essay, war der Westen hin- und hergerissen zwischen Moral- und Realpolitik.
IP-Essaywettbewerb 
„Frag nicht, was Europa für dich tun, frag, was du für Europa tun kannst“ lautete in Abwandlung des berühmten Diktums von US-Präsident John F. Kennedy das Thema des Essaywettbewerbs, an dem Studenten aus ganz Europa teilnahmen. Allen Unterschieden zum Trotz zeichneten sich die Texte durch eine Gemeinsamkeit aus: die Begeisterung für das Zusammenwachsen Europas und die Möglichkeit jedes Einzelnen zu partizipieren. Hier stellen wir die von einer Jury ausgewählten Gewinner-Essays unseres Wettbewerbs vor.
- Gewinner-Essay: „Europa, das sind wir alle!“
- The winning essay: „We are Europe!“
- Platz zwei des IP-Essaywettbewerbs: „Europa ist ein Lernprozess“
- „Europe is a process of learning“
- Platz drei des IP-Essaywettbewerbs: „Wir sind der Ausgangspunkt der EU“
- „We are the origin of the European Union“
Drohen mit Miss America 
Beitrag von Hannes Stein
„Europragmatiker, Eurovoluntarist“ 
Beitrag von Daniela Schwarzer
Tempolimit für Seuchenalarm 
Beitrag von Dirk Maxeiner
Buchkritik 
Dokumentation 
- Rede von US-Justizminister Eric H. Holder in der American Academy Berlin am 29. April
- Rede von US-Außenministerin Hillary Clinton auf dem Forum der großen Volkswirtschaften zu Energie und Klima am 27. April 2009, Washington
- Erklärung von Außenministerin Hillary Clinton über die außenpolitischen Prioritäten der Regierung Obama am 22. April 2009, Washington
- Rede von US-Präsident Barack Obama über eine bessere Zukunft für den gesamten amerikanischen Kontinent am 16. April 2009, Washington
- Declaration of the EU Southern Corridor Summit, 8 May 2009, Prague
- Joint Declaration of the Prague Eastern Partnership Summit, 7 May 2009, Prague
- EU-Canada Summit Declaration, 6 May 2009, Prague
- Joint Press Statement of the 18th EU-Japan Summit, 4 May 2009, Prague
- Joint Communiqué of the 19th EU-GCC Joint Council Administerial Meeting, 29 April 2009, Muscat
- 12th AFRICA-EU Ministerial Troika meeting, 28 April 2009, Luxembourg
- Council of the European Union – General Affairs and External Relations Council Meeting, 27 April 2009, Luxembourg
- Speech by Russian Presisdent Dmitri Medvedev at Helsinki University on the adaption and extension of the European security framework, 20 April 2009, Helsinki
- Pressestatements von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Präsidenten der Islamischen Republik Afghanistan, Hamid Karzai am 10. Mai 2009, Berlin
- Meeting of Israeli Presisdent Shimon Peres with US-President Barack Obama, 5 May 2009, Washington (Press Release)
- Ansprache von Papst Benedikt XVI. in Israel am 11. Mai 2009, Jerusalem
- IMF – World Economic Outlook – Crisis and Recovery, April 2009
- World Bank – Global Monitoring Report 2009
- United Nations – Strategic framework for the period 2010-2011, 2009, New York





